Die Kunst der Anonymität im Internet [Rezension]

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Die Kunst der Anonymität von Kevin D. Mitnick
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Gliederung und Inhalt

Daten sind das neue Gold. Diese Phrase hast Du sicherlich schon hier und da in diversen Medien lesen können. Regierungen und Unternehmen sammeln sie von uns und oft sind wir es selbst, diese Daten bereitwillig preisgeben. Und je stärker unser Alltag vernetzt wird, seien es Fernseher, Kühlschränke oder Thermostate, desto mehr Daten werden gesammelt und können so einem Profil aggregiert werden. Erneut entführt uns Kevin Mitnick in seinem neuesten Werk Die Kunst der Anonymität im Internet* in die unsicheren Weiten des Internets und führt die scheinbare Kontrolle der eigenen Daten vor Augen.

Das Buch gliedert sich in insgesamt 16 Kapitel, die alle anschaulich mit Geschichten gespickt sind. Teils von Kevin Mitnick selbst erlebt, etwa in seiner aktiven Zeit als Hacker oder als heutiger Sicherheitsberater, oder von Bekannten zugetragen bekommen. Zunächst zeigt der Autor auf, welche Schwachstellen und Sicherheitslücken in den von uns täglich genutzten Hard- und Softwareprodukten oder Webseiten lauern, oder wo Anwender gezielt überwacht werden. Dazu zählen mitunter Themen wie Passwort-Sicherheit, Verschlüsselung von E-Mails, Mobilfunk-Ortung, Lokalisierung via Geodaten in Fotos, WLAN Sniffing und einiges mehr.

Im zweiten Teil seines Werkes gibt Kevin Mitnick dem Leser dann verschiedene praktische Ratschläge, Tipps und Kniffe an die Hand, um die eigene Privatsphäre vor diversen Datenkraken zu schützen. In jedem Kapitel werden praktische Tipps und Tools vorgestellt, etwa zur Wahl eines sicheren Passworts, dem Einsatz von Bitlocker oder VeraCrypt (lobenswert: Mitnick verweist auf aktuelle Tools, nicht mehr etwa auf TrueCrypt) zur Verschlüsselung von Dateien und Partitionen und der Verwendung von VPN-Zugängen. Hierbei geht Mitnick unter anderem mit einem Schwerpunkt ran, wie man sein Notebook und Smartphone vor Zugriffen auf Reisen vor Spionen und Kriminellen absichern kann.

Aufmachung, Extras und Preis

Die Kunst der Anonymität im Internet ist als Softcover-Variante* (24,99 €) und als eBook / Kindle Variante (21,99 €) verfügbar. Weitere Extras wie ein Lesezeichen, zusätzliche Online-Inhalte oder Ähnliches gibt es keine.

Das Buch ist übersichtlich in 16 Kapitel strukturiert und enthält außerdem ein umfangreicheres Quellenverzeichnis mit Verweisen und Zusatzinformationen.

Über den Autor

Kevin Mitnick gehört wohl zu den bekanntesten (ehemaligen) Hackern und gilt als einer derjenigen, die das Thema Social Engineering populär gemacht haben. Seit der Verbüßung seiner Haftstrafe im Jahr 2000 ist er heute IT-Sicherheitsberater, Buchautor und Speaker.

Fazit

Wie schon in seinen früheren Werken, überzeugt Kevin Mitnicks Schreibstil vor allem dadurch, dass er sich nicht zu stark in technische Details verliert. Dadurch dass er die einzelnen Themen in die Erzählung von Geschichten einbettet, nimmt er auch weniger technisch versierte Leser mit, ohne sie abzuschrecken. Gleichzeitig erzeugen die Geschichten immer einen gewissen Spannungsfaktor und haben oft etwas von Cyber-Western-Romantik 😀  Entsprechend ist für den Leser nicht unbedingt ein sehr hohes technisches Verständnis erforderlich, kann aber die Zusammenhänge eher verstehen. Das ist auch gut so, denn viele Tipps richten sich insbesondere an diese Zielgruppe.

Auch wenn IT-Profis viele Tools und Tipps sicherlich bekannt vorkommen werden, so werden sie beim einen oder anderen nochmals präsent in den Vorgrund gerückt. Oder vielleicht findet auch der IT-Profi noch den einen oder anderen Trick, der bisher unbekannt war. Für mich gab es durchaus auch die eine oder interessante Stelle, dennoch gefielen wir die früheren Werke, insbesondere Kunst der Täuschung und Das Phantom im Netz deutlich besser. Nichtsdestotrotz habe ich bisher alle seine Werke gerne gelesen. Dass man bei dem Titel erneut die Phrase „Die Kunst der…“ (bzw. im englischen Original The Art of…) scheint sich inzwischen als Merkmal zur Wiedererkennung manifestiert zu haben, stört mich persönlich aber auch nicht weiter.

Den Preis mit 24,99 Euro für die Softcover-Variante halte ich persönlich dafür aber für etwas zu hoch gegriffen – zumindest wenn man als Vergleichswert frühere Werke heranzieht. Diese bieten aus meiner Sicht inhaltlich deutlich mehr Fundament, sind preislich aber für weniger als die Hälfte erhältlich. Sicherlich ist ein direkter Vergleich hier nicht ganz korrekt, aber auch aufgrund der Content-Dichte und Tiefe halte ich das Buch für etwas zu teurer. Andererseits gelingt es dem Autor sehr gut, die wichtigsten Informationen zum Thema Privatsphäre und IT-Sicherheit in komprimierter Form auch für weniger versierte Leser darzustellen, was die vorige Kritik zumindest teilweise abfedern kann.

Aus diesem Grund wäre meine Empfehlung, schau Dir auf jeden Fall vor einem möglichen Kauf die Leseprobe* an.

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