FAZ schreibt “XING ist eine Zeitvernichtungsmaschine”

In einem ausführlichen Artikel (Xing – Die große Zeitvernichtungsmaschine) hat die FAZ bzw. der Autor des Artikels ihre/seine gesammelten Eindrücke über das Social Network XING festgehalten. In einigen Punkten lässt sich dem sicherlich zustimmen.

So heißt es z.B.

Doch was sich als Kontaktplattform ausgab, hat sich als private Kontaktplattform, Zeitvernichtungsmaschine und Panoptikum des Lebens erwiesen. Von Business fast keine Spur, wenn man nicht auf Stellensuche ist.

Ich muss sagen, dass ich mich manchmal auch frage: Wie viel “Business” wird wirklich über XING gehandelt. Entstehen wirklich intensive Geschäftsbeziehungen zwischen Lieferanten/Dienstleistern und Kunden? Manchmal bezweifle ich das ein wenig.

Oft ist es mE so, dass man Leute in sein Adressbuch einpflegt, die man meist schon kennt, seien es Kollegen, ehemalige Kollegen, Geschäftspartner, Freunde, Familie. Wie groß ist der eigentlich Anteil davon eigentlich, der à la, “Sie bieten die und die Dienstleistung, gerne würde ich mehr erfahren etc. etc.”, Telefonnummern ausgetauscht, telefoniert, getroffen und Geschäft abgeschlossen, läuft? Ein Bruchteil? Oder täuscht das in dem riesigen Meer von Usern?

Das Fazit des Artikel lautet

Das Web-2.0-Konstrukt Xing, glauben wir, hat die besten Zeiten schon hinter sich.

Mir persönlich kam XING früher, als es auch noch openBC hieß, was damit jetzt nichts direkt zu tun hat, irgendwie lebendiger, interaktiver vor. Täuscht das? Vielleicht habe ich auch einfach nicht mehr die Zeit, mich richtig intensiv damit auseinanderzusetzen, da ich nicht mehr so wie vor ein paar Jahren die Freistunden in der Schule mit solchen Sachen verbringen kann, sondern erst abends nach Hause komme und man dann auch keine rechte Lust mehr hat, sich damit intensiv zu beschäftigen. Subjektive Sicht?

Top 50 der wichtigsten deutschen Webgründer

Deutsche Startups listet in einem Artikel die Top 50 der wichtigsten Webgründer hierzulande. Die Rangliste wurde von einer Fach- und Leserjury anhand verschiedener Kategorien und Faktoren bestimmt. Lars Hinrichs, Gründer der Social Networks XING belegte Platz 1 und stand zugleich auch im Interview zu seiner Auszeichnung bereit. Na dann mal herzlichen Glückwunsch.

Wann ist ein Copycat bekannter als das Original?

Im folgenden beziehe ich mich mit der Leitfrage auf die deutschen Seiten. Deutsche Web 2.0 Seiten, nennen wir es milde ausgedrückt, orientieren sich ja leider des Öfteren an amerikanischen Vorbildern. Die Copy&Paste-Mentalität ist dort leider schon mehr oder weniger negativ aufgefallen. Nichtsdestotrotz gibt es jedes Mal erneut ein deutsches Pendant, wen ein neues Startup erfolgreich ist.

Viele eingefleischte Web-Zwei-Nuller bleiben aber meistens beim Original und nicht beim Copycat wie im Fall von Twitter, Digg oder flickr. Doch es gibt auch Ausnahmen, wo die deutschen Copycats hierzulande erfolgreicher sind, was jüngste Statistiken zeigen.

Doch warum ist das so, frage ich mich. Speziell am Beispiel StudiVZ ist ein deutlicher Trend in Richtung Copycat-Erfolg. Nutzerzahlen und Bekanntsheitsgrad sind in Deutschland stärker als das amerikanische Original Facebook, an dem sich StudiVZ und sämtliche anderen Social Networks, die nach dem selben Prinzip aufgebaut sind, orientieren. Von Facebook sprechen eigentlich nur die “Insider”, diejenigen, die das Web 2.0 (fast) von Anfang an kennen, die bloggen etc.

Facebook ist derzeit also derzeit mehr noch ein “Insider”-Social Network, meist fernab von Schülern, Studenten und den meisten anderen Jugendlichen. Doch warum ist das so?

Zug verpasst

Ein Grund, den man immer wieder findet, ist das Facebook die Einführung einer lokalisierten Version verschlafen hat und deshalb unter ferner liefen schwimmt. Als Facebook noch “schlief”, gelang es StudiVZ, dem wohl bekanntesten Pendant, durchzustarten und sich hierzulande einen Namen zu machen und bekannt zu werden. Anfangs ebenfalls noch ein “Insider” an einigen Unis, wie ich so mitkommen habe, entwickelte es sich dank viralen Marketing rasend schnell und wurde bekannt in diesen Kreisen. Mittlerweile findet man zwar bei StudiVZ, ursprünglich ja für Studenten gedacht, zwar mehr Schüler, Jugendliche und andere, von denen, so behaupte ich, die meisten noch nie eine Uni von innen gesehen haben, doch das scheint bzw, schien keinen groß zu stören.

Was einmal klappt, das klappt und dreimal, oder?

Da man dann aber zu dem Entschluss kam, das verworrene Netz zwischen Schülern, Jugendlichen und Studenten zu trennen, machte man einfach noch zweimal copy&paste und zog auch noch SchuelerVZ und MeinVZ hoch, um sämtliche Altersklassen erreichen zu können. Interessiert scheint das aber wenige zu haben, ohne die genauen Zahlen jedes “einzelnen” VZs zu kennen, denn sitzt man im Zug, sitzt in der Berufsschule oder hört sonst irgendwo Leute drüber reden, dann heißt es “Hab dich gestern bei StudiVZ geaddet”, “Bist Du bei StudiVZ?” oder “Ich habe gestern auf deine Pinnwand bei StudiVZ” geschrieben.

Spricht man die Leute mal an, fragt, warum sie bei StudiVZ sind und ob sie schonmal gehört haben, das StudiVZ im Grunde nur eine Kopie von Facebook ist, zu erhält man meistens die Antwort, dass

  • entweder ja alle Freunde bei StudiVZ seien und man deshalb auch dort sei und nicht bei Facebook
  • oder die Leute Facebook überhaupt nicht kennen, StudiVZ wandelt sich “imaginär vom Copycat zum Original”
Andere Dienste

Warum ist das nicht bei anderen Diensten so. Praktisch jeder Dienst hat sein deutsches Gegenpendant. Deutsche “YouTubes” gibt es in Form von MyVideo, Clipfish und Sevenload (obwohl Ausnahme, da Kombination von Video und Fotos, also eher etw. separat zu betrachten). Flickr hat Photocase oder auch Sevenload. Twitter erhielt gleich zu Beginn gleich dutzende “eingedeutschte” Versionen wie frazr, wamadu, sloggen, texteln etc. etc.

Warum ist hier dieses Erfolgskonzept anscheinend nicht aufgegangen? In meinen Augen wäre ein nicht unbedeutender Grund die Ursache: Die Zielgruppe. Wir dürften uns einig sein, wenn ich behaupte, dass StudiVZ bspw. (größtenteils) von einer ganz anderen Zielgruppe genutzt wird, als bspw. Twitter. Twitter ist sehr “geekig”, selbst viele Blogger halten von dem Dienst nichts, kennen den Dienst aber meistens. Die deutschen Copycats, über die man vor einem guten Jahr noch hier und dort las, sind fast vergessen, nirgends wird dort mehr drüber geschrieben, einige gibt es nicht mehr, ein paar werden noch genutzt.

StudiVZ hingegen wird von vielen Leuten genutzt, denen der Begriff “Web 2.0” meist gar nichts sagt, die auch andere Dienste nicht nutzen. Es geht nur um die schnelle Vernetzung zwischen Mitschülern, –studenten oder in den meisten Fällen einfach Jugendliche, die sogenannte “digitale Generation”. “Social Networking” selbst dürfte meist kein Begriff sein, wenngleich es aktiv betrieben wird. Die einfache Form eine Vernetzung, neue Leute kennenlernen und in verschiedenen Gruppen, zentral auf einer Seite und nicht in zig Formen, über Themen zu diskutieren.

Für mich ist dies anhand dieses speziellen Beispiels zumindest eine mögliche Begründung, dass es ein Copycat schafft, bekannter als das Original zu sein.

Jobs im Web 2.0 II

Vor einigen Tagen hatte ich über webzweinulljobs.de gebloggt, ein Stellenmarkt für den IT-Bereich (speziell Web 2.0), ins Leben gerufen von Nico Lumma.

Nun folgt ein ähnliches Projekt von deutsche-startups.de: “Startup Jobs”.

“deutsche-startups” erweitert daher sein Angebot. Ab heute könnt ihr über unser Jobboard eure Stellenanzeigen der deutschen Startup-Szene präsentieren. Auf „deutsche-startups” erreicht ihr genau die richtige Zielgruppe, um hochkarätige Onliner und enthusiastische Newcomer für eurer Startup zu begeistern.

Normalweise kostet ein Inserat 150,- EUR, als “Start-up”-Preis  (oder wie es früher hieß: Einführungspreis :-) ) kostet es für die ersten 30 Tag 100,- EUR.

Achja, den XING Marketplace gibt es ja auch noch.