LinkedIn nun auch in deutsch

Konkurrenz für XING? Das Social Network LinkedIn spricht nun auch deutsch. Bis Ende 2009 strebt man eine Verdoppelung der Userzahlen hierzulande von einer halben Millionen auf eine Millionen Nutzer an, wie die FAZ Kevin Eyres zitiert.

Allerdings ist noch nicht alles auf deutsch umgestellt und teilweise noch kleine Rechtschreiberfehler (“Angestellt” anstatt “Angestellter”). Aber das lässt sich ja schnell ausmerzen ;)

Social Networks der Zukunft

Mir schwirrte gestern Abend irgendwie noch immer die Aussage von Tim O’Reilly durch den Kopf, dass viele Web 2.0 Startups verschwinden werden, und damit auch viele Social Networks. Hintergrund ist, dass mir eine ähnliche Theorie eigentlich schon länger durch den Kopf geht, denn wir sprechen bloggen häufig über die tollen Vernetzungsmöglichkeiten in diversen Social Networks, aber genau da fängt eigentlich doch schon eine Problematik an: Ein Bekannter ist in dem Netzwerk, ein anderer in jenem, man selbst ist in dem, es gibt nur kleine, für sich autarke Netzwerke.

Um bestimmte Interessen(-gruppen), Bekanntenkreise etc. abzudecken, meldet man sich also schließlich in diversen Netzwerken an, hat Profile bei Facebook, LinkedIn, XING, und möglicherweise diversen Nischennetzwerken zu Sport-, Auto-, oder “was auch immer”-Themen, pflegt also auch diverse Profile.

Ziel müsste es meiner Ansicht nach sein, dass Ganze ein wenig zu vereinheitlichen, die heutigen Prinzipien der Social Networks zusammenziehen – die meines Erachtens eh nur eine Vorstufe zukünftiger Netzwerke sein wird – und eine verbesserte Version hervorbringen, die nicht nur ein Nischendasein für “Einige”, sondern für “Viele” bietet, wobei ein Augenmerk dabei auf der Semantik (Semantisches Web, Semantisches Netz) liegen könnte, um verbesserte Vernetzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Des Weiteren sollte der User die Möglichkeit haben, Business-Profile und private Profile zu kombinieren und je nachdem, wie man einen Kontakt kategorisiert, dieses Profil demjenigen verfügbar machen. Facebook bietet bspw. zwar die Möglichkeit, auch Business-Daten einzugeben, dies geht aber neben diversen “Anwendungen”, die man vlt. auf seiner Pinnwand hat, unter. Zudem finde ich diese bei weitem nicht so optimal, wie es bspw. bei XING ist, wo mir wiederum andere Sachen fehlen.

Ihr seht, mein Gedanke ist es, dass man die Vorteile der Social Networks plus die oben genannte Semantik zusammenzieht, und ein großes Netzwerk davon bildet. Natürlich muss hier besonders auch auf den Punkt des Datenschutz eingegangen und einiges verbessert werden, ein Punkt der heute leider noch nicht optimal ist.

Dies ist eigentlich nur ein rudimentärer Ansatz, ein Paradigma, da ich noch kein klares Bild habe, wie “dieses” Netzwerk umgesetzt werden oder aussehen könnte.

Deutschland ist ein “Web 2.0-Mitmach-Land”

Laut einer aktuellen Umfrage der Bitkom (“Millionen Deutsche machen bei Web-2.0 mit”) ist Deutschland relativ aktiv, was das Thema “Web 2.0” anbelangt.

Das Internet wandelt sich zum Mitmach-Web – und die Deutschen sind vorne dabei. Eigene Inhalte einstellen, statt nur zu konsumieren, ist derzeit ein Megatrend
Zitat von Achim Berg, Vizepräsident der Bitkom

So betreiben 2% der Internetnutzer (des repräsentativen Umfrage) ein eigenes Blog, rund 17% beteiligen sich in Diskussionsforen, obwohl Foren an sich ja nicht “Web 2.0” sind. Foren gibt es ja schon ewig, der “Social Network”-Gedanke dabei, denke ich sollte entscheidender sein.

Auch die genannten Statistiken zum Chatten und Instant Messaging an sich haben ja nix mit We 2.0 zu tun, sondern sind schon ein “alter Hund”. Auch hier sollte “SN” das Schlüsselwort sein, siehe Facebook-Chat etc.

Web20_D

FAZ schreibt “XING ist eine Zeitvernichtungsmaschine”

In einem ausführlichen Artikel (Xing – Die große Zeitvernichtungsmaschine) hat die FAZ bzw. der Autor des Artikels ihre/seine gesammelten Eindrücke über das Social Network XING festgehalten. In einigen Punkten lässt sich dem sicherlich zustimmen.

So heißt es z.B.

Doch was sich als Kontaktplattform ausgab, hat sich als private Kontaktplattform, Zeitvernichtungsmaschine und Panoptikum des Lebens erwiesen. Von Business fast keine Spur, wenn man nicht auf Stellensuche ist.

Ich muss sagen, dass ich mich manchmal auch frage: Wie viel “Business” wird wirklich über XING gehandelt. Entstehen wirklich intensive Geschäftsbeziehungen zwischen Lieferanten/Dienstleistern und Kunden? Manchmal bezweifle ich das ein wenig.

Oft ist es mE so, dass man Leute in sein Adressbuch einpflegt, die man meist schon kennt, seien es Kollegen, ehemalige Kollegen, Geschäftspartner, Freunde, Familie. Wie groß ist der eigentlich Anteil davon eigentlich, der à la, “Sie bieten die und die Dienstleistung, gerne würde ich mehr erfahren etc. etc.”, Telefonnummern ausgetauscht, telefoniert, getroffen und Geschäft abgeschlossen, läuft? Ein Bruchteil? Oder täuscht das in dem riesigen Meer von Usern?

Das Fazit des Artikel lautet

Das Web-2.0-Konstrukt Xing, glauben wir, hat die besten Zeiten schon hinter sich.

Mir persönlich kam XING früher, als es auch noch openBC hieß, was damit jetzt nichts direkt zu tun hat, irgendwie lebendiger, interaktiver vor. Täuscht das? Vielleicht habe ich auch einfach nicht mehr die Zeit, mich richtig intensiv damit auseinanderzusetzen, da ich nicht mehr so wie vor ein paar Jahren die Freistunden in der Schule mit solchen Sachen verbringen kann, sondern erst abends nach Hause komme und man dann auch keine rechte Lust mehr hat, sich damit intensiv zu beschäftigen. Subjektive Sicht?