Was macht Twitter für die Mehrheit interessant?

Laut trndometer, einer Umfrage von trnd, ist 40% der 1.035 Teilnehmer der Informationsfluss am wichtigsten an Twitter. Spätestens seit dem Erdbeben in China ist manchen von uns klarer geworden, wie interessant Twitter in gewissen Hinsicht doch sein kann. Robert Scoble war schneller als alle Journalisten – dank Twitter. Abgeschlagen mit 21% stehen der Unterhaltungs- und Entertainmentscharakter beim twittern im Vordergrund, gefolgt von der Kontaktpflege mit 19%.

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Gut, 1.035 Teilnehmer mögen für manchen vielleicht nicht repräsentativ genug sein, dennoch ist der Trend erkennbar, dass Twitter anscheinend für viele eine Art “Überholspur” des Blogs und eine Art “Micro-Social-Networking” geworden ist. Beobachtet man bestimmte Diskussionen und Beiträge von Usern, denen man “followed”, muss ich zugeben, dass sich teilweise wirklich interessante Neuigkeiten auftun, die man vorher nicht so schnell erfahren hat – wenn man denn die Zeit dafür hat. In meinem Fall ist es so, dass ich abends, wenn ich von der Arbeit komme, twhirl im Hintergrund anwerfe und schaue, was so gezwitschert wurde von den Twitterern, denen ich folge. Schon wird schnell klar, von dem schnelleren Informationsfluss tut sich zumindest in meinem Fall da nicht viel.

Dennoch ist es interessant zu sehen, wie sich das Web erneut zu verändern scheint. Blogs, die vor gar nicht allzulanger Zeit eine neue Ära im Web begründeten, scheinen für manchen von der “Evolution” vielleicht schon überholt. Bahnt sich im Gegensatz zum Twitter-Hype ein Blog-Tiefflug an? Robert hat einige Argumente und Kommentare zusammengefasst. Mal schauen, ob ich zu der Thematik die Tage noch was schreiben werde.

Das Web 2.0 vor dem Untergang?

Bezugnehmend auf einen Artikel von Steve Rubel bloggt Benedikt Köhler über den möglichen Untergang des Web 2.0. Er sieht hierbei den Untergang aber nicht mit dem Untergang der Dot-Com Blase im Jahr 2000 gleichzusetzen. Es sei kein richtiger Untergang, das „Web 2.0“ habe sich vielmehr unmerklich in das „Web“ verwandelt.

Web 2.0 ist kein „Hype“ mehr, für den ihn viele anfangs angesehen haben, es ist zum Standard geworden. Selbst wenn vielen der Begriff „Weblogs“ immer noch nichts sagen, so behaupte ich, dass es kaum noch Leute geben wird, die von Portalen wie YouTube und der Enzyklopädie Wikipedia nichts gehört haben, geschweige denn, sie noch nicht besucht zu haben.

Vielmehr ist teils alt Bewährtes meines Erachtens bereits durch das Web 2.0 so gut wie vollständig ersetzt worden. Praktisch dürfte jeder, der Infos zur Geschichte, über Personen oder Technik benötigt, sein Glück auf Wikipedia versuchen und nicht erst groß woanders googlen. Selbst wenn, so werden Wikipedia-Artikel bei Google sowieso gepusht, was unweigerlich zur Folge hat, dass man selbst über diesen Weg auf Wikipedia landet.

Eine weitere Folge, die Köhler sieht, ist die Subsummierung zuvor neu geschaffener „Berufe 2.0“, die nun ebenso zum Standard werden, sprich, in Bereichen wie Marketing vorausgesetzt werden, sie somit also Gegenwart und nicht mehr Zukunft sind.

Die Verwandlung des „Web 2.0“ in das „Web“ hat meiner Ansicht nach aber auch eine Kehrseite, nämlich das alt bekannte Problem Sicherheit. Mit wachsenden Dynamik der Webseiten und dem „Social Media“-Gedankens sinkt bei den Usern die Hemmschwelle, persönliche Daten ohne Probleme anzugeben. Hier sollten vor allem Betreiber von Social Networks in meinen Augen größten Wert auf Datenschutz und Sicherheit legen. Man sieht aber, dass sich die Betreiber bemühen, ein Augenmerk auf diesen wichtigen Punkt zu setzen. Zuletzt besserte u.a. Facebook in Sachen Privatsphäre nach und bietet somit seinen Usern besseren Schutz.

Denn wird in diesem Punkt geschludert, wenngleich im selben Zuge immer mehr User sich in diesen Netzwerken anmelden, so werden selbige Seiten immer mehr und mehr interessanter für Datenjäger und sonstige dubiose Leute, die hinter privaten Daten der User her sind.

Denn wenn man ehrlich ist, so kann man erkennen, dass im Gegensatz zu dem Verhalten von vor ein paar Jahren, die Hemmschwelle private Daten im Internet anzugeben erheblich gesunken ist. Ich wage zu behaupten, dass diese Hemmschwelle bei jedem Einzelnen sogar weiter sinkt, sobald er oder sie sich bereits in einem Social Network oder sonstiger Web 2.0-Seite angemeldet hat. Denn nach dem Motto „Auf der Seite stehen meine Daten ja sowieso, dann kann ich mich hier auch anmelden“, ist dies schnell passiert.

So gesehen ist es mehr als praktisch, wenn man „im Raum stehend“ durch die „offene Tür hereinwinken“ kann, aber man muss die Tür auch „zuschlagen und abschließen“ können, wenn einem danach ist.